Was man beim Transport eines E-Bikes mit dem Auto beachten sollte

Man hat sich für ein E-Bike oder Pedelec entschieden und möchte das Fahrrad vom Fahrradhändler aus nach Hause bringen. Die erste offizielle Fahrt mit dem Bike möchte man vielleicht eher Zuhause auf dem eigenen Grundstück oder auf einem nahegelegenen Radweg tun. Spätestens jetzt stellt man sich die Frage, wie man das E-Bike am besten nach Hause transportiert. Auch stellt sich die Frage, wie man das E-Bike transportiert, wenn man es mit in Urlaub nehmen möchte. Die Deutschen nehmen sehr gerne ihre Räder mit in Urlaub, weil man schnell und preiswert vom einen zum anderen Punkt gelangen kann und dabei die Natur und Sehenswürdigkeiten unterwegs sehr gut genießen kann. Wer das Bike mit dem Auto transportieren möchte, muss jedoch einiges beachten. Weiter unten folgen nützliche Informationen zum Transport des E-Bikes im und am Auto.

Vorab sollte beachtet werden, dass ein herkömmliches Fahrrad mit einem Rahmen aus Aluminium durchschnittlich etwa 16 Kilo wiegt. E-Bikes wiegen – je nach Größe des Motors und Akkus – ca. 25 Kilo. Pedelecs sind sogar noch etwas schwerer und bringen ein durchschnittliches Gewicht von etwa 30 Kilo auf die Waage.

Der Transport im Kofferraum / Innenraum eines PKWs

Wer sein E-Bike im Inneren eines PKWs transportieren möchte, sollte wissen, dass sich die Teile nicht so einfach demontieren lassen als bei allen anderen Arten von Fahrrädern. Ebenso muss darauf geachtet werden, dass jedes einzelne Teil, welches vom Bike abgebaut wurde, im Kofferraum gesichert sein muss. Sollte es zu einer Vollbremsung oder sogar zu einem Unfall kommen, kann es sehr gefährlich werden, wenn nicht jeder einzelne Gegenstand gesichert ist. Ungesicherte Einzelteile können dazu führen, dass sie in die Fahrgastzelle geschleudert werden und den Fahrer und / oder weitere Insassen des PKWs zum Beispiel am Kopf treffen können. Es könnte zu lebensgefährlichen Verletzungen kommen! Des Weiteren könnten Teile aus der Frontscheibe geschleudert werden, was dazu führt, dass andere Straßenteilnehmer in Gefahr gebracht werden. Sind alle Teile ordnungsgemäß gesichert und macht einem das Auseinanderbauen des E-Bikes nichts aus, steht dem Transport des Rades im Kofferraum nichts im Wege.

Der Transport auf dem Dach eines PKWs

Ohne dass der Platz im Innenraum des Autos aufgebraucht wird, gibt es die Möglichkeit, das E-Bike auf speziellen Dachträgern zu transportieren. Allerdings ist schon der Transport eines herkömmlichen Fahrrades auf dem Dach des PKWs nicht unbedingt zu empfehlen, da es bei einer Vollbremsung vorkommen kann, dass das Rad nach vorne überkippt und vors Auto geschleudert wird. Natürlich muss das Bike auf dem Dach so fest montiert sein, dass es ausgeschlossen ist, dass es sich ungewollt von der Halterung lösen kann. Die Chance, dass es sich beim starken Bremsen dennoch löst, ist leider ziemlich hoch. Des Weiteren muss darauf geachtet werden, welches Höchstgewicht vom Hersteller des Dachträgers vorgeschrieben ist. Da E-Bikes und Pedelec um einiges schwerer sind als normale Fahrräder, sollten nie mehr als zwei oder höchstens drei E-Bikes auf dem Dach des Autos befestigt werden. Ebenso spielt die Dachlast des jeweiligen Automodells eine große Rolle. Hier muss man sich auf jedem Fall vor Anbringung eines Rades beim Hersteller des Autos erkundigen, mit welchem Gewicht das Dach beladen werden darf. Auch verändert sich der Schwerpunkt des PKWs, wenn etwas auf dem Dach transportiert wird; das Auto ist somit bei seitlichen Bewegungen sowie Seitenwind anfälliger und kann unter Umständen sogar in Kurven und beim Beschleunigen umkippen.

Der Transport auf Fahrradträgern, die auf der Heckklappe befestigt werden

Fahrradträger, die man auf der Heckklappe des PKWs befestigen kann, eignen sich ebenfalls für den Transport von E-Bikes. Auch hier muss die Zuladung beachten, die vom Hersteller angegeben wird. Oft ist es nur möglich, ein einzelnes E-Bikes – aufgrund von seinem hohen Gewicht im Gegensatz zu einem normalen Rad – auf dem Heckklappen-Fahrradträger zu befestigen. Ist das Gewicht zu hoch, kann sich das Gestell von der Heckklappe lösen und es fällt samt Bike auf die Straße. Dies ist nicht nur eine große Gefahr für die hinterherfahrenden Fahrzeug, sondern bringt große Schäden am Rad mit sich. Im Falle eines solchen Abfallens müssen meistens viele Teile des Rades erneuert werden, da diese kaputt oder verbogen sind.

Der Transport auf einem Träger, der auf der Anhängerkupplung befestigt wird

Die womöglich beste Befestigung für den Transport eines E-Bikes ist ein Träger, der auf der Anhängerkupplung des Autos befestigt wird. Der Träger sitzt stabil auf der Anhängerkupplung auf und ist auch für E-Bikes und für die noch schwereren Pedelecs gut geeignet. Auch hier muss man auf das vom Hersteller angegebene Höchstgewicht achten! Ebenso darf die Stützlast der Anhängerkupplung – meist zwischen 50 und 100 Kilo – nicht überschritten werden. Auch bei dieser Art von Befestigung des Bikes muss darauf geachtet werden, dass das Rad sicher montiert wurde, sodass es sich während der Fahrt nicht lösen kann. Dies würde für den nachfolgenden Verkehr verheerende Folgen haben.

Strafen bei Missachtung der Vorschriften

Ist das E-Bike nicht genügend gesichert, droht dem Fahrer des PKWs ein Bußgeld von aktuell 35 Euro. Das Bike gilt beim Transport als Ladung, welche sicher im Auto bzw. an der speziellen Halterung befestigt sein muss. Gefährdet man mit dem nicht richtig gesicherten Rad sogar andere Verkehrsteilnehmer, so fallen 60 Euro für den Fahrer an. Führt es nach dem Herunterfallen eines falsch befestigten Fahrrads oder Teil eines Fahrrades zu einem Unfall, muss der Fahrer 75 Euro zahlen und bekommt einen Punkt in Flensburg.

Wie reagiert die Kfz-Versicherung im Falle eines Unfalls oder Schadens?

Falls das eigene Auto beim Herunterfallen des Bikes beschädigt, gilt dies als grob fahrlässig und die Versicherung kann die Regulierung des Schadens verweigern. Wird der PKW eines anderen Straßenteilnehmers beschädigt, greift die Haftpflichtversicherung und kommt für den entstandenen Schaden auf – jedoch nicht am eigenen Auto! Es spielt keine Rolle, ob das Fahrrad sicher sitzt, sich aber Zubehörteile wie zum Beispiel Taschen, Flaschen, Luftpumpen oder Kilometerzähler lösen und es durch diese zu einem Unfall kommt. Wird das Bike außerhalb der Fahrgastzelle transportiert, sollten alle „losen“ Teile, wie die zuvor Genannten, im Kofferraum sicher transportiert werden!

Worauf noch geachtet werden sollte

Wenn alle Vorschriften eingehalten wurden und das E-Bike sicher am PKW befestigt wurde, steht einem Ausflug mit der Familie oder Freunden sowie einem Urlaub am Meer oder in den Bergen nichts im Wege! Es gibt in Deutschland – aber auch in den Nachbarländern – viele Regionen, die sich hervorragend für längere Radtouren eignen. Mit dem E-Bike oder dem Pedelec kann man sich immer sicher sein, dass man am Ziel ankommt, bevor die eigene Kraft nachlässt! Es sollte in jedem Fall und vor jeder Fahrt sichergestellt sein, dass der Akku aufgeladen ist. Bitte nicht vergessen: ausreichend Flüssigkeit für die Wegstrecke sowie ein Fahrradschloss, um das Bike vor Diebstahl zu schützen und einen Fahrradhelm, weil die Sicherheit und Gesundheit des Fahrers immer im Vordergrund stehen sollte!

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