Home » E-Bike » Pedelec oder E-Bike kaufen?

Pedelec oder E-Bike kaufen?

Ein Pedelec mit 25 km/h oder ein E-Bike mit 45 km/h? Welches motorbetriebene Bike ist besser für mich geeignet?

Die Frage, welches Bike besser für einen selbst geeignet ist, ist wahrlich nicht einfach. Die Entscheidung sollte gut überlegt sein. Anders als beim Mofa oder Roller, den man von 45 km/h auf 25 km/h drosseln kann – zum Beispiel, wenn der junge Fahrer noch nicht im Besitz des A1- oder B-Führerscheins ist – ist es beim E-Bike oder Pedelec nicht gestattet, die Geschwindigkeit im Nachhinein zu „tunen“. Möglich wäre es zwar, ist aber vom Gesetzgeber aus nicht erlaubt und kann zu hohen Strafen oder sogar Fahrverbot führen!

Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einem Pedelec mit 25 km/h und einem E-Bike, welches mit einer Geschwindigkeit bis zu 45 km/h fahren kann, ist, dass man mit dem Pedelec überall dort fahren darf, wo man es auch mit einem herkömmlichen Fahrrad tun würde – auf der Straße, im Wald und natürlich auf speziellen Fahrradwegen. Ein E-Bike hingegen darf nur auf der öffentlichen Straße sowie auf dem privaten Grund und Boden gefahren fahren, da es nicht mehr als Fahrrad, sondern als Kleinkraftrad gewertet wird. Ebenso dürfte das Pedelec auch von Kindern und Jugendlichen gefahren werden – vorausgesetzt natürlich, das Rad ist für die Größe des Kindes geeignet. Das E-Bike ist erst ab dem Besitz eines Mofa-Führerscheins oder höher – ab einem Alter von 16 Jahren – erlaubt. Es besteht außerdem eine Helmpflicht – in einigen Ländern der EU besteht sogar die Pflicht, einen Integralhelm, wie man ihm vom Motorradfahren kennt, zu tragen. Das E-Bike muss über funktionierendes Licht, über einen Rückspiegel sowie über ein gelbes Kennzeichen verfügen; das heißt, es muss bei einer beliebigen Versicherung ein Versicherungskennzeichen gekauft werden, mit dem man für 12 Monate bzw. für den bezahlten Zeitraum versichert ist. Bei E-Bikes besteht, wie auch bei allen anderen motorbetriebenen Fahrzeugen, eine Promillegrenze von 0,5. Es ist ratsam, vor dem Fahren mit einem E-Bike generell den Verzehr von Alkohol zu unterlassen, da es unter Einwirkung von Alkohol schneller zu einem Unfall kommen kann. Wer fährt und trinkt, bringt somit sich und auch andere Straßenteilnehmer sowie Fußgänger in Gefahr.

Auch die Frage, in welchen alltäglichen Situationen das E-Bike oder Pedelec eingesetzt werden soll, darf nicht außer Acht gelassen werden. Will man einen Ausflug mit den Kindern machen und zum Beispiel einen Fahrradanhänger hinter dem Rad herziehen, darf man dies mit dem Pedelec tun, nicht jedoch mit einem E-Bike. Hier stellt sich auch die Frage, ob es sinnvoll ist, sich ein E-Bike zu kaufen, da die anderen Familienmitglieder bei der Geschwindigkeit von 45 km/h nicht mithalten können; das Fahren auf dem Fahrradweg ist in diesem Fall ja sowieso nicht erlaubt. Beim Fahren mit einem Pedelec gibt es hier keine Probleme. Sollten noch immer Zweifel bestehen, wäre es ratsam, den Händler seines Vertrauens aufzusuchen, um sich weiter beraten zu lassen und im besten Fall eine Probefahrt mit je einem E-Bike sowie einem Pedelec zu vereinbaren.

Nicht außer Acht zu lassen ist natürlich auch der Preis. Die Preisunterschiede zwischen E-Bikes und Pedelecs sind in den letzten Jahren immer geringer geworden, sodass viele Leute sich die Frage stellen, ob sie sich für „das Geld“ nicht direkt ein E-Bike mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit zulegen sollen. Der höhere Preis bei jedem der beiden Rad-Typen ist abhängig vom der Qualität des Motors sowie der Leistung des Akkus. Man sollte sich gut überlegen, ob es sinnvoll ist, sich das teuerste Modell auszusuchen, wenn man zum Beispiel nur ab und zu mal eine Radtour machen möchte; hier macht der Kauf eines teuren, hochwertigen Bikes eher Sinn, wenn man jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit fährt und darauf angewiesen sein MUSS. Das bedeutet nicht, dass preiswertere Modelle schlechter sind! Man sollte sich beraten lassen, welcher Motor und welcher Akku am besten für die eigene Nutzung des Bikes geeignet ist. Außerdem spielt für viele Leute die Optik des Rades eine große Rolle, denn das Bike sollte einem schließlich gefallen!

Die Frage, ob ein Pedelec auch beim bergauf fahren genug Leistung erbringen kann, stellt man sich spätestens, wenn man entweder in einem Ort mit höheren Lagen wohnt oder oft und gerne mit dem Bike im Gelände unterwegs ist. Die Motoren der neuen Pedelecs sind heutzutage schon so gut, dass auch das Rauf fahren eines Berges absolut kein Problem mehr darstellt. Beim späteren Herunterfahren des Berges sollte jedoch sehr darauf geachtet werden, dass man kein allzu schnelles Tempo erreicht; die Sicherheit des Fahrers muss auf jedem Fall im Vordergrund stehen! Hier empfiehlt sich ein Bike, welches über eine Rücktrittbremse verfügt.

Wer sein Rad gerne mit in Urlaub nehmen möchte, ist mit einem Pedelec sicherlich besser beraten, denn mit diesem Bike ist das Fahren schier überall möglich. Es können Unternehmungen mit der Familie oder mit Freunden unternommen werden, auch wenn diese lediglich über ein herkömmliches Fahrrad verfügen. Abgestellt werden dürfen sowohl Pedelecs als auch E-Bikes überall, wo das Parken eines Rades erlaubt ist. Es sollte beachtet werden, das Rad ordnungsgemäß abzustellen und auch mit einem Fahrradschloss zu versehen, um es vor Diebstahl zu bewahren.

Die genannten Vorteile des Pedelecs stechen scheinbar heraus und man fragt sich, warum es überhaupt E-Bikes gibt, wenn diese in vielen Fällen Nachteile bringen. Für Radfahrer, die es gewohnt sind, schnell zu fahren und wirklich längere Strecken auf öffentlichen Straßen zurücklegen müssen, sind E-Bikes wahrscheinlich die bessere Wahl. Für Kuriere sind E-Bikes sicherlich auch sehr interessant. Im privaten Bereich jedoch empfiehlt es sich eher, ein Pedelec zu kaufen; 1. ist man nicht dazu verpflichtet, das Rad zu versichern (was sich nur lohnt, wenn man wirklich sehr regelmäßig damit fährt), 2. man alle Straßen und Wege nutzen kann und 3. es sich gut an die Geschwindigkeit anderer Radfahrer wie zum Beispiel der eigenen Familie anzupassen. Mit einem Pedelec, welches eine Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde erreicht, ist man schon ziemlich schnell unterwegs. Das sollte nicht außer Acht gelassen werden! Von der Leistung her kann man im privaten Bereich somit nichts falsch machen. Die Meinungen der einzelnen Rad-, E-Bike- oder Pedelec-Fahrer sind natürlich unterschiedlich; jeder hat einen anderen Geschmack was die Leistung, den Motor, die Leistung des Akkus, das Modell oder sogar die Farbe betrifft. Man sollte sich vorher gut überlegen, wofür man das Bike nutzen möchte und sich dann ausgiebig mit dem Thema „E-Bike“ befasst und nicht direkt „das erst beste“ kaufen, wenn man auch gerade Lust oder ein Verlangen danach hat. Das Wichtigste beim Besitz eines E-Bikes oder Pedelecs ist – nach der Sicherheit natürlich – der Spaß am Bike, welcher nicht zu kurz kommen sollte. Wer Spaß beim Fahren hat, wird sicherlich regelmäßig fahren und auch dabei bleiben! Denn wie wir alle wissen, ist Bewegung im Alltag für jeden einzelnen von uns und unsere Gesundheit sehr wichtig!


Hat Ihnen der Artikel gefallen?

0 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 5 (0 votes, average: 0,00 out of 5)
You need to be a registered member to rate this.
Loading...