E-Bike und Alkohol

Zwar passieren nur etwas mehr als 4 Prozent aller Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss, dafür starb aber jeder 14. Verkehrstote bei einem Unfall, in dem Alkohol im Spiel war. Das zeigt deutlich, wie gefährlich Alkohol im Straßenverkehr ist.

Was sagt der Gesetzgeber zum Thema E-Bike und Alkohol?

Noch gibt es 2 Promillegrenzen:

  • 1,1 Promille
  • 1,6 Promille

Beide stellen einen Grenzwert dar, ab dem das Fahren unter Alkoholeinfluss eine Straftat darstellt. Der niedrigere Wert gilt für alle Fahrer von Kraftfahrzeugen, der höhere für Radfahrer. Welcher Wert für das Fahren von E-Bikes gilt, hängt davon ab, wie stark das Bike motorisiert ist. Wenn der Elektromotor das Radfahren nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern unterstützt, gilt das E-Bike in den Augen des Gesetzes als Fahrrad und die höhere Promillegrenze wird angewendet. Wenn das Bike jedoch stärker motorisiert ist und eine Geschwindigkeit bis 45 Stundenkilometer erreicht (maximal zugelassene Höchstgeschwindigkeit) gilt es als Kraftfahrzeug und die niedrigere Promillegrenze kommt zur Anwendung, genau wie bei Autofahrern. Für den Halter des E-Bikes sollte es eigentlich klar sein, wie sein Rad eingestuft ist, denn stärker motorisierte Bikes benötigen ein Nummernschild und sind versicherungspflichtig. Es gibt übrigens Bestrebungen, die höhere Promillegrenze abzuschaffen und einheitlich nur noch 1,1 Promille zuzulassen.

Was passiert, wenn der Blutalkohol über dem Grenzwert liegt?

Die Konsequenzen sind erheblich. Der Betreffende erhält mindestens 3 Punkte in Flensburg und dazu eine Geldstrafe in Höhe eines Netto-Monatsgehalts. Darüber hinaus wird der Richter die Teilnahme an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU), den gefürchteten Idioten-Test anordnen. In Extremfällen kann sogar der Führerschein entzogen oder ein Fahrradverbot erteilt werden.

Dann darf man als Fahrer eines E-Bikes Alkohol trinken oder nicht?

Das ist auf keinen Fall eine gute Idee, denn selbst ein niedriger Wert steigert das Risiko eines Unfalls beträchtlich. Die oben erwähnten Promillegrenzen zeigen lediglich an, ab wann der Alkoholgehalt im Blut eine Straftat darstellt. Auch ein niedrigerer Alkoholgehalt kann durchaus harte Strafen nach sich ziehen, insbesondere wenn der Radfahrer in einen Unfall verwickelt ist. Die Betreffenden müssen zum Beispiel mit 2 Punkten in Flensburg rechnen. Dazu kommt eine Geldstrafe bis zu 500 Euro, eine MPU und eventuell sogar ein zeitweises Fahrverbot (meist ein Monat). Ob und welche der Strafen angewendet werden, liegt im Entscheidungsspielraum des Polizeibeamten und hängt auch von den Umständen ab.

Wer zahlt für die Unfallschäden?

Fahrer von E-Bikes sind in der Regel durch ihre Haftpflichtversicherung vor den finanziellen Folgen eines Unfalls geschützt. Dabei gibt es jedoch gewisse Einschränkungen. Die private Haftpflicht zahlt nur für Schäden, die anderen infolge eines Unfalls entstehen. Für Schäden an den oft recht teuren E-Bikes kommt sie dagegen nicht auf. Außerdem sind Schäden durch das E-Bike nicht unbedingt durch die Police abgedeckt. In vielen älteren Verträgen wird ein E-Bike mit keinem Wort erwähnt. In diesem Fall empfiehlt es sich, bei der Versicherung anzurufen und eventuell den Vertrag zu aktualisieren. Übrigens gilt ein Unfall unter Alkoholeinfluss als grob fahrlässig und die Versicherung reguliert den Schaden. Sie würde nur die Bezahlung verweigern, wenn der Verursacher mit Vorsatz gehandelt hätte. Dazu müsste der Unfall mit Absicht herbeigeführt worden sein.

Zusammenfassung

Welche Promillegrenze für welches E-Bike zutrifft, muss bei einem Unfall oft erst vom Gericht festgestellt werden. So weit sollte es aber gar nicht erst kommen. Verantwortungsbewusste E-Bike Fahrer handeln ebenso wie Autofahrer und vermeiden Alkohol vollständig, wenn sie mit ihrem Bike unterwegs sind. Selbst wenn ihr Blutalkohol bei einem Unfall unter dem Grenzwert liegt und sie nicht bestraft werden, bringt er immer Leid und Stress mit sich, die sich ganz einfach vermeiden lassen, indem man Alkohol vermeidet.

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