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Das Fahrrad winterfest machen in 7 Schritten

Das Fahrrad wird als Fortbewegungsmittel immer beliebter, weil es gesund und umweltfreundlich ist, aber zugleich Freiheit und Unabhängigkeit vermittelt. Trotzdem lassen viele Radler ihr Bike zu Beginn der kalten Jahreszeit im Keller oder der Garage, weil sie fürchten, es zu benutzen. Diese Sorge ist jedoch unbegründet, weil das Fahrrad mit relativ wenig Aufwand winterfest gemacht werden kann.

1. Schritt – die Vorbereitungen

Die beste Zeit, um das Fahrrad winterfest zu machen, ist ein Tag ohne Regen und Wind im Spätherbst. Für die Prozedur wird mindestens eine Stunde benötigt. Spezialwerkzeuge oder Fachkenntnisse sind nicht erforderlich. Jeder Radfahrer mit durchschnittlichen Heimwerker-Kenntnissen kann es durchführen. Folgende Werkzeuge und Materialien werden benötigt:

  • Set mit Innensechskantschlüssel
  • Set mit Gabelschlüsseln
  • Kreuz- und Schlitzschraubendreher
  • Kombizange
  • Luftpumpe
  • Reinigungsmittel
  • Schmiermittel

Die Arbeit sollte auf einer trockenen, ebenen und harten Fläche erfolgen. Um Kratzer zu vermeiden, wird eine alte Decke als Unterlage verwendet. Wer keinen Montageständer besitzt, stellt das Bike kopfüber auf Lenker und Sattel. Vor dem Ausbau von Teilen wird das Bike am besten von allen Seiten fotografiert. Das hilft beim Zusammenbau. Wenn das Fahrrad in einem sehr schlechten Zustand ist, empfiehlt es sich. Schrauben vorher mit Rostlöser zu behandeln und Ersatzschrauben bereit zu stellen.

2. Schritt – die Räder

Der erste Schritt ist eine Sichtprüfung. Das Rad wird in Drehung versetzt und man kontrolliert, ob es rund läuft und nicht irgendwo schleift. So etwas kann passieren, wenn das Rad beim Drehen die Bremsen oder Schutzbleche berührt. Der Fehler kann korrigiert werden, indem die Bremsen richtig eingestellt werden und die Schutzbleche ausgebeult werden. Das kann sogar mit der Hand erfolgen.
Sollte die Felge aber eine Acht haben oder ein Radlager kaputt sein (knirschende Geräusche beim Laufen), lohnt sich eine Reparatur nicht. Es ist besser, ein komplettes neues Rad zu kaufen.
Die Reifen werden einer Sichtprüfung unterzogen und auf Risse, abgescheuerte Stellen und ausreichendes Profil untersucht. Auch der Schlauch wird auf Verschleiß und poröse Stellen kontrolliert. Für Fahrräder gibt es spezielle Winterreifen oder gar Reifen mit kleinen Spikes (bei Fahrrädern legal). Ob man sich für diese Spezialreifen entscheidet oder nicht, hängt davon ab, wie das Bike genutzt wird. Im Stadtverkehr sind die Straßen selbst im Winter meistens schnee- und eisfrei. Dort genügen normale Reifen mit gutem Profil. Wer dagegen auf dem Land wohnt, fährt im Winter häufig auf Wegen, die vollständig mit Schnee und Eis bedeckt sind. Da lohnt sich die Anschaffung von Reifen mit Spikes.

3. Bremsen

Alle Bremsbeläge sind mit Kerben markiert, die dazu dienen, den Verschleiß abzulesen. Abgenutzte Bremsbeläge können mit ein paar Handgriffen ausgebaut werden. Wer sich nicht sicher über die passende Größe ist, sollte die alten Bremsbeläge mit ins Fachgeschäft nehmen und so die richtige Größe finden. Nach dem Austausch der Bremsbeläge muss die Bremse neu justiert werden. Dafür ist ein Helfer notwendig. Bei der Inspektion der Bremse dürfen auch die Bremszüge nicht vergessen werden. Sie müssen leichtgängig und frei von Rost und Schmutz sein. Nötigenfalls müssen sie mit Putzlappen gesäubert und mit Kriechfett geschmiert werden. Sollten einzelne Drähte des Zugs gerissen sein, lohnt sich der Aufwand nicht. In dem Fall muss der komplette Zug ausgetauscht werden.

4. Kette und Schaltung

Eine Nabenschaltung benötigt kaum Wartung und Pflege. Wenn die Gänge nicht richtig einrasten, kann die Schaltung mit der Einstellschraube justiert werden. Sollte eine Nabenschaltung defekt sein, ist eine Reparatur mit häuslichen Mitteln nicht möglich. Es ist besser, die komplette Schaltung auszutauschen.
Meist werden in Fahrrädern jedoch Kettenschaltungen verwendet. Deren Bestandteile (Ritzelpaket, Umwerfer, Schaltwerk) sowie die Kette selbst müssen gereinigt und gefettet werden. Zum Säubern eignen sich alte Bürsten und Putzlappen, die mit Spezialreiniger getränkt sind, besonders gut. Auf keinen Fall darf Wasser oder gar ein mit Wasser oder Dampf arbeitender Hochdruckreiniger verwendet werden. Nachdem der grobe Schmutz entfernt worden ist, müssen die Teile wieder eingefettet werden. Wird die Kette regelmäßig gesäubert, eignet sich ein dünnflüssiges Öl am besten, weil es bis in den letzten Winkel gelangt. Erfolgt die Reinigung dagegen eher selten, sind zähes Fett oder Öl besser geeignet, weil sie länger haften bleiben.
Das Einstellen einer Kettenschaltung erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Wer nicht weiß, wie es zu tun ist, fragt am besten einen erfahrenen Freund, Nachbarn oder Kollegen.Auf keinen Fall darf an den zahlreichen Einstellschrauben gespielt werden.

5. Schritt – die Lichtanlage

Der Winter wird auch die dunkle Jahreszeit genannt. Daher ist eine gut funktionierende Lichtanlage ein wichtiger Schritt, um das Fahrrad winterfest zu machen. Am Anfang kommt wieder die Sichtprüfung. Dabei werden Kabel und Anschlussstellen auf Beschädigungen kontrolliert. Funktionieren alle Lampen? Wer noch einen alten Seitendynamo besitzt, sollte ihn durch einen Nabendynamo ersetzen, der viel effektiver arbeitet und nicht so empfindlich gegen raue Witterungsbedingungen ist. Es empfiehlt sich, herkömmliche Glühbirnen gegen LED Leuchten auszutauschen. Sie leuchten heller, haben eine längere Lebensdauer und benötigen weniger Strom.
Eine gute Idee, um das Fahrrad winterfest zu machen, ist die Umstellung der Beleuchtung auf Akkubetrieb. Der Akku wird vom Nabendynamo aufgeladen. Wird die Beleuchtung durch den Akku gespeist, funktioniert sie auch, wenn der Radfahrer aus den verschiedensten Gründen kurz anhalten muss. Bei Dunkelheit bringt das ein großes Plus an Sicherheit.

6. Schritt – Lenker und Sattel

Die Ausrichtung von Lenker und Sattel sollte überprüft und gegebenenfalls neu justiert werden. Es kommt immer wieder vor, dass sie sch durch die Erschütterungen und Vibrationen während der Fahrt von selbst verstellen oder lockern. Generell ist es ratsam, den Sattel im Winter etwas tiefer einzustellen, damit man sich beim plötzlichen Bremsen oder Stoppen leichter mit den Beinen abstützen kann. Ein Gelsattel mag im Sommer für ein angenehmes Fahrgefühl sorgen, für den Winter ist er jedoch ungeeignet, weil das Gel in der Kälte hart wie Stein wird. Da leistet ein Sattel mit einem flauschigen Überzug aus Kunstfell bessere Dienste. Wird der Sattel nach dem Abstellen des Bikes mit etwas Folie abgedeckt, bleibt er auch bei Regen und Schnee trocken.

7. Schritt – bessere Sichtbarkeit

Im Winter ist es oft dunkel und die Sicht ist durch Nebel, Schneefall oder Regen eingeschränkt. Speichenreflektoren erhöhen die Sichtbarkeit von der Seite. Auch an den Schutzblechen sollten zusätzliche Reflektoren angebracht werden, eben so wie an Fahrradtaschen. Radfahrer sind im Winter mit heller Kleidung besser zu sehen. Reflektierende Streifen können auch an der Kleidung angebracht werden.

Quellen und weiterführende Links:

https://www.stern.de/auto/service/so-machen-sie-ihr-fahrrad-winterfest-3904286.html


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