Bequem auf dem Rad – der Sattel macht´s

Praktisch jedes Fahrrad ist nur so bequem wie sein Sattel. Besonders auf langen Strecken sollte der Sattel eher den Bedürfnissen des Fahrers angepasst sein, als zwingend dem Stil des Zweirades zu entsprechen. In manchen Fällen gelingt beides.

Herren- oder Damensattel

Sportliche Räder zeichnen sich häufig durch einen spartanisch zugeschnittenen Sattel aus. Leider nehmen viele Modelle dabei keine Rücksicht auf die unterschiedliche Anatomie oder Kleidungsgewohnheiten von Frauen und Männern. Einige Fahrerinnen nutzen ihr Rad auch dann, wenn sie Rock oder Kleid tragen. Die vorstehende Sattelnase hinterlässt jedoch unvorteilhafte Falten an der Rückseite des Kleidungsstückes. Für diese Radlerinnen wurde der sogenannte Damensattel erfunden, der lediglich eine Sitzfläche aufweist. Was viele nicht wissen: Diese Sattelform eignet sich auch besonders gut bei Problemen mit der Prostata.

Stauwärme und Sitzgewohnheiten

Allerdings sind auch Fahrradsättel für Frauen im Handel, die durchaus sportiv wirken. Hier weist die Sitzfläche entweder eine deutliche Vertiefung auf, die der weiblichen Anatomie gerecht wird, oder der Sattel ist mittig weitestgehend durchbrochen. So vermeidet die Fahrerin zusätzlich einen Wärmestau. Abgesehen von diesen anatomischen Besonderheiten existieren laut der Gesellschaft für Biomechanik in Münster seitens der Fahrer exakt zwei Typen: die Schambein- und die Sitzbeinbelaster. Welcher Typ Sie sind, liegt auch an der Art des Rades, das Sie fahren!

Belastung vorwiegend auf dem Schambein

Bei sportiven Fahrern kommt es häufig zu einer Belastung am Schambein, wenn der Lenker niedriger eingestellt ist als der Sattel. Auch große Personen bevorzugen diese Einstellung, um Platz für die Beinlänge zu schaffen. Durch die vorgebeugte Haltung steigt der Druck im vorderen Genitalbereich, der stark durchblutet und mit zahlreichen Nerven versehen ist. Ein ständiger Druck macht sich unangenehm bemerkbar. Zur Entlastung empfiehlt sich ein Sattel, der vorn weich und im hinteren Bereich fester gepolstert ist. So sinkt das Sitzbein nicht über Gebühr ein und verstärkt dadurch zusätzlich den Druck. Eine waagerechte Montage ist vorzuziehen. Eventuell hilft ein kürzerer Vorbau oder eine leichte Neigung nach unten.

Aufrechter Sitz – Belastung am Sitzbein

Wer beim Radfahren eine aufgerichtete Körperhaltung bevorzugt, belastet mehrheitlich die Sitzfläche des Gesäßes. Gegen den Druckschmerz am Sitzbein hilft primär Übung. Nach einigen Touren wird sich das empfindliche Gewebe an die Belastung gewöhnt haben – der Schmerz nimmt ab. Achten Sie darauf, dass der Sattel im hinteren Bereich breit genug ist, damit beide Sitzbeine optimal aufliegen. Besonders auf längeren Radtouren sind gepolsterte Radlerhosen empfehlenswert, die zur Druckentlastung beitragen.

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